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Keynote #DCHH18: Ecce homo!


am 10.05.2018 von Maren Gutmann

Mittendrin in der Digitalisierung richtet Martin Lennartz als diesjähriger Keynotespeaker den Fokus auf das Leitthema MENSCH. Ein Vorgeschmack aus seiner Feder.

Martin Lennartz, Keynote-Speaker DCHH18 (c) Thomas Knüppel
Martin Lennartz, Keynote-Speaker DCHH18 © Thomas Knüppel

Ach was muss man oft von Digitalisierungsängsten hören oder lesen. Vor der Digitalisierung waren es die Roboter, davor der Computer, das Auto, die Dampfmaschine, ... und sicher wird sich irgendwann eine Höhlenzeichnung finden, in der ein Steinzeitmensch die Erfindung des Rades sorgenvoll beklagt hatte.

Technologieängste gibt es, seitdem es Menschen gibt. Sie waren immer unbegründet. Technologie war nie wirklich das Problem.

Könnendes Probieren

Heute fürchten wir die Dynamik und fremdeln mit neuen Technologien statt uns zum "könnenden Probieren" durchzuringen. Also eine experimentelle Grundhaltung, allerdings nicht die eines Ahnungslosen, der mit der Stange im Nebel herumstochert; Könner braucht das Land, die mit solidem Wissen, Talent und Erfahrung sich was trauen und schnell lernen.

Dynamik

Unser Wissen hält nicht Schritt mit dem Tempo der Veränderungen um uns herum. Entscheidungen treffen unter Unsicherheit, das mögen wir nicht, das haben wir in den letzten 100 Jahren verlernt, dem Zeitalter rasanten Wissenswachstums. So bemerken wir nicht, dass unser ständiges Streben nach Sicherheit neue Risiken entstehen lässt, die viel gefährlicher sind als die Technik.

Je mehr Arbeit durch Algorithmen besser und schneller erledigt werden kann, als durch den Menschen, desto bedeutsamer werden Bildung, Ethik und Moral. Müssen wir alles tun, was technisch möglich ist?

Die Automatisierung aller einfachen Tätigkeiten zerstört ihre eigenen Grundlagen.

Empathie & Ermöglicher

Woher kommen die Meister von Morgen, wenn wir heute nur noch angelernte Maschinenbediener bezahlen wollen? Könnten wir Bundesligaspiele mit Niveau anschauen ohne die vielen kleinen Jugendvereine, Verbands- und Regionalligen? Kennt ihr den Unterschied zwischen einer Anweisung zur Kundenfreundlichkeit und einem empathischen Menschen mit Gefühl für andere?

Wir wollen von allem das Beste doch wir schaffen Burnout. Wir brauchen mehr persönliche Entwicklung und weniger Selbstoptimierung, mehr Ermöglicher als Bedenkenträger. Dann klappt es auch mit der Digitalisierung und einer lebenswerten Zukunft.


Der "konstruktive Irritierer" Martin Lennartz ist ein Tausendsassa - Managment-Coach, Lean-Management-Experte sowie Design Thinker und Lehrbeauftragter. Er wird in seiner Keynote der 8. Kreativ- und Zukunftswerkstatt im Tourismus neue Denkanstöße liefern, die ihr dann in den Sessions vertiefen könnt. Zugegeben sind diese kritisch und nachdenklich konnotiert, aber sie werden helfen, gemeinsame Wege zum Umgang mit den digitalen Entwicklungen zu erarbeiten.

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